Welt-Down-Syndrom-Tag: Leben mit Trisomie 21

Bei der Diagnose „Trisomie 21“ entscheiden sich Eltern häufig für eine Abtreibung. Und auch in der Pandemie haben es Menschen mit Down-Syndrom oft nicht leicht. Doch Beispiele zeigen, dass ein Leben mit Trisomie 21 gar nicht schwer sein muss.

Tanz am Abgrund“ überschreibt das „Deutsche Down-Syndrom-Infocenter“ ihre Mitteilung anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tags, der seit 2006 jedes Jahr am 21. März stattfindet. 

Menschen mit Behinderung: Probleme bei Assistenz in Kliniken,

Menschen mit Behinderung: Probleme bei Assistenz in Kliniken, Vergessen in der Coronakrise

Menschen mit Behinderung sollen einen geregelten Anspruch auf Assistenz haben, wenn sie im Krankenhaus be handelt werden. Auch werden Menschen mit Behinderung in der Coronapandemie oft nicht genug beachtet. Auf beides hat der Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, Jürgen Dusel (SPD), aufmerksam gemacht.

UNTERNEHMEN UND INKLUSION Die Netzwerkenden

In Sachsen haben sich verschiedene Behörden und Verbände zum Dienstleistungsnetzwerk Support zusammengeschlossen, um Unternehmen bestmöglich darin zu unterstützen, Menschen mit Behinderungen in ihre Betriebe zu integrieren – sei es durch Geld, technische Hilfsmittel oder weitergehende Hilfen. Ein Gespräch mit dem Support-Koordinator und Diplom-Sozialpädagogen Daniel Wiener und seiner Kollegin, der Pädagogin Claudia Teuchert.

Freiheit, Liebe, Handicap: Behinderte Kinder werden erwachsen

Ein eigenständiges Leben zu führen, ist für junge Erwachsene mit Downsyndrom nicht einfach. Viktor, Ludwig und Benedict haben großes Glück. Ihre Eltern haben für sie ein Haus gebaut, in dem sie gemeinsam mit anderen recht selbstständig leben können.

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Wie sich die neue Freiheit anfühlt, wissen sie noch nicht. Sie wollen es einfach ausprobieren. Ausziehen von zu Hause, neue Leute kennenlernen, vielleicht die große Liebe finden. Viktor, Ludwig und Benedict ziehen in eine besondere WG, zusammen mit 24 anderen jungen Erwachsenen mit Behinderung. Sie feiern Partys, schmieden Pläne für ein erstes Date und bewerben sich um neue Jobs.

Der Traum vom eigenständigen Leben in einer Wohngemeinschaft

Das besondere Haus steht in Höhenkirchen-Siegertsbrunn, südlich von München, mitten in einem Neubaugebiet. 40 Eltern haben es für ihre Kinder gebaut und sich zu dem Verein „Zukunft trotz Handicap“ zusammengeschlossen. Entstanden ist ein Wohnprojekt, dass es so noch sehr selten gibt. Andrea Hanisch hat die Eltern zusammengebracht, ihr Neffe Benedict hat das Down-Syndrom. „Deine Kinder haben es gut“, hatte Benedict einmal zu ihr gesagt, „sie können von zu Hause ausziehen“. Für ihn selbst war dieser Gedanke bisher nicht vorstellbar. Seine Eltern wiederum treibt die Sorge um, wo ihr Sohn leben wird, wenn sie einmal nicht mehr da sind. Sie haben festgestellt, dass es sehr schwer ist, ein geeignetes Wohnheim zu finden, in dem auch andere junge Menschen leben.

Lebenslanges Wohnrecht für die Kinder

Das Haus in Höhenkirchen finanzieren alle Eltern gemeinsam, auch eine Stiftung beteiligt sich. Jedes Kind bekommt ein eigenes Apartment und lebenslanges Wohnrecht. Betrieben wird es vom Heilpädagogischen Zentrum Augustinum. Die jungen Erwachsenen leben in drei Wohngruppen so selbstständig und unabhängig wie möglich. Tagsüber arbeiten sie in Werkstätten, abends kochen und essen sie gemeinsam und verbringen am Wochenende ihre Freizeit miteinander. Betreuerinnen und Betreuer helfen nur, wo es nötig ist.

Viktor probt das Zusammenleben mit seiner Freundin

Sehnsüchtig hatte Viktor darauf gewartet, dann erfüllte sich sein Traum. Er ist mit seiner Freundin Annika zusammengezogen, ins einzige Paar-Apartment im neuen Haus. 56 Quadratmeter haben sie für sich allein und proben das Zusammenleben. Wenn es gut läuft, wollen sie in zwei Jahren heiraten. Am liebsten in einer romantischen Kirche. Die beiden haben sich vor 16 Jahren an ihrem ersten Schultag kennengelernt und sind seit vielen Jahren ein Paar. Jetzt muss sich die große Liebe im Alltag bewähren. Ihre Rollenverteilung haben sie sicherheitshalber schon geklärt. „Annika ist die Chefin von unserer Beziehung“, meint Viktor.

Ludwig sucht die große Liebe

Ludwig ist 24 und wohnt gleich nebenan. Sein Zimmer hat er mit Wimpeln, Postern und Fahnen des FC-Bayern bestückt. Später möchte er einmal als Rapper groß rauskommen. Ludwigs größte Sehnsucht ist es, eine Freundin zu finden. „Ich brauche eine Frau, die immer in meinem Leben ist, die meine Hand hält und nicht mehr loslässt. Sie soll hübsch sein und sportlich.“ Dass sie außerdem Fußballfan sein soll, versteht sich von selbst.

Im Sommer kommt Ludwig seinem Traum ein großes Stück näher. Er trifft die 21-jährige Julia, die wie er das Down-Syndrom hat, zu einem Spaziergang an der Isar. Beim Flirten zieht Ludwig alle Register: „Du bist die wunderschönste Frau auf der Welt“. Und erst einmal sieht es so aus, als würden sich seine Wünsche erfüllen.

Benedict bewirbt sich bei der Freiwilligen Feuerwehr

Schon als kleiner Junge war Benedict mit seinem Vater bei der Freiwilligen Feuerwehr. Es ist sein großes Hobby. Weil er nun in Höhenkirchen lebt, will er sich bei der Feuerwehr vor Ort vorstellen. Allerdings weiß Benedict nicht, wie die anderen auf ihn reagieren werden. Zwar steht auf der Homepage der Feuerwehr: „Jeder ist herzlich willkommen und erwünscht.“ Aber ob das auch für ihn gilt? Benedict befürchtet, dass er bei Übungseinsätzen nur den Verletzten spielen darf. Bevor er die Feuerwehrkommandantin Nikola Schwaiger trifft, macht er sich Mut: „Ich bin ein bisschen aufgeregt. Aber ich bin ein erwachsener Mann, und ich schaffe das.“

Wie gehen Viktor, Ludwig und Benedict ihren Weg in ein eigenständiges Leben, ohne ihre Eltern, die bisher rund um die Uhr für sie da waren? Welche Hoffnungen, Sehnsüchte und Träume haben sie? Welche Glücksmomente und Misserfolge erleben sie? Die Reportage stellt Menschen in den Mittelpunkt, die sonst eher am Rand der Gesellschaft stehen.

Die Sendung läuft am 24.Januar, das Erste, 17.30 Uhr

Oder unter Sendung verpasst

Echtes Leben


Sendetermin: Das Erste, 24.1.2021, 17.30 Uhr
Redaktion: Sabine Rauh
Autorin: Claudia Wörner

Freiheit, Liebe, Handicap
Wenn behinderte Kinder erwachsen werden


Die neue Freiheit fühlt sich fantastisch an. 27 junge Menschen ziehen in ein
Haus, das ihre Eltern für sie gebaut haben und planen ihre Zukunft. Wie gelingt es ihnen zwischen Sehnsucht, Freude und Frust mit der neuen Freiheit umzugehen?
Annika probt das Zusammenleben mit Viktor. Viktor wiederum hofft auf einen
Job als Hausmeister beim Bayerischen Landtag. Und Ludwig träumt von der
großen Liebe. Dass seine Freundin Fußballfan sein sollte, ist nur einer seiner
vielen Wünsche. Sein Zimmer hat er mit Wimpeln, Postern und Fahnen seines
Lieblingsvereins bestückt.
Wie gehen diese jungen Menschen den Weg in ein eigenständiges Leben, ohne ihre Eltern, die bisher rund um die Uhr für sie da waren? Welche Glücksmomente und Widerstände erleben sie – gerade in dieser schwierigen Zeit mit all den zusätzlichen Einschränkungen? Und wie schaffen es die Eltern, ihre besonderen Kinder loszulassen?

Sendetermin für den Film über das Leben in der Konzellerstrasse

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Eltern und Angehörige und liebe Bewohner,
das neue Jahr ist erst ein paar Tage alt, aber es gibt gleich zu Beginn eine gute
Nachricht, über die ich Sie gerne gleich informieren möchte.
Jetzt steht er nämlich fest, der Sendetermin für den Film über die Konzeller
Straße und deren Bewohner, welchen der BR für Das Erste erstellt hat:
Sonntag, der 24.1.2021 um 17:30 Uhr im Ersten

Der kleine Wirtebrief

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Frau Andrea Hanisch, Vorstandsvorsitzende von „Zukunft trotz Handicap e.V.“, stand bereits seit geraumer Zeit im Gespräch mit  Frau Angela Inselkammer, Präsidentin der DEHOGA Bayern. Der „ kleine Wirtebrief“ ist ein Pilotprojekt. Menschen mit Einschränkungen erhalten ein Zertifikat für eine Ausbildung im Gaststättengewerbe um damit bessere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Möglich wurde der „kleine Wirtebrief“ durch eine großzügige Spende des Vereins „Aufbauwerk junger Christen in Ingolstadt“, die „Zukunft trotz Handicap e.V.“ erhielt und einen Teil für den „kleinen Wirtebrief“ einsetzte.

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Ein Foto vom Ausbildungsbotschaftertag mit Sozialministerin Trautner und der Präsidentin der DEHOGA Bayern, Frau Angela Inselkammer.